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Sonntag, Juni 23, 2024
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Geht ein Presseoutfit auch nachhaltig, Herr Brunner?

Bocholt. Im Heimat-Check ist Eure Bocholt-Online-Redaktion immer auf der Suche nach neuen Trends, Produkten, Unternehmen und den Menschen dahinter. In Zeiten, in denen alles immer teurer wird und gleichzeitig der Umweltgedanke im Vordergrund steht, ist die Frage erlaubt: Wie gut kann man sich Second Hand einkleiden? Bocholt-Online-Autorin Gabi Frentzen wollte es wissen und ließ sich bei Second Trend spontan jobmäßig einkleiden. Geht eine Bocholter Reporterin auch gebraucht?

Es ist ein Samstag kurz vor Feierabend. Aber noch früh genug, um schnell noch auf Outfit-Suche für Pressefrauen zu gehen. Am Liebfrauenplatz in Bocholt treffen wir Tilman Brunner an. Im Februar 2022 eröffnete er gemeinsam mit seiner Freundin Maxine Tüffers Second Trend, einen schmucken Laden für gebrauchte Kleidung.

„Herr Brunner, kleiden Sie mich doch mal ein!“

„So, Herr Brunner, dann kleiden Sie mich doch mal ein“, freuen wir uns auf diesen Lokalcheck und unser Blick wandert bereits die Kleiderständer entlang. Erster Eindruck: Cool eingerichtet der Laden. Und Klamotten reichlich vorhanden. Da sollte also auch für uns doch wohl was dabei sein.

Auf der Wunschliste: ein Presseoutfit

Doch ganz so einfach wollen wir es dem jungen Mann nicht machen. „Also wir hätten gerne ein Business-, nein… ein Presseoutfit“, lautet die Ansage. Doch Tilman Brunner lässt sich nicht eine Sekunde aus der Ruhe bringen. „Klar, da sollte sich doch was finden lassen“, lautet die Antworte. „Wow, der Mann hat Durchblick“, wird uns gleich klar, denn der Bocholter checkt gleich die Größe und wenige Minuten später hat er ein komplettes Outfit in den Händen.

Blazer ein absolutes Muss

„Dieser Blazer ist absolut ein Muss“, so der 20-Jährige, der  – unmittelbar nach dem Abi – gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin den Entschluss gefasst hatte, einen Laden für Second Hand-Mode in Bocholt zu eröffnen. Seine Freundin kleidet sich oft mit gebrauchten Artikeln ein, wurde aber vor Ort nicht immer fündig. Beide setzen auf Nachhaltigkeit. Und so kam ihnen die Idee. Fördermittel für Startups in Sachen Ladenlokal machten ihnen die Entscheidung leichter.

Pressetante braucht Tasche

Jetzt stehen sie beide hinter der Ladentheke. Hier gibt man gute getragene Mode in Kommission. Oder man kauft sie. Für letzteres haben wir uns entschieden. Und so stehen wir da mit einem kompletten Presseoutfit. Verzichten müssen wir lediglich auf das passende Schuhwerk. „Moment mal“, so Brunner, kurz bevor wir in die Umkleide huschen wollen. Und er lacht: „Eine Pressetante ohne Tasche, das geht ja gar nicht.“ Und so geht es mit farblich passendem hippen Umhänge-Täschchen aus echtem Leder in die Kabine. Unkompliziert lassen sich darin die wichtigsten Dinge unterbringen, so auch das Handy.

Und natürlich gehört auch eine Reporterinnen-Tasche dazu – passend für Stift, kleinen Block und Handy.

Trendy oversize und edler als Schlämmer-Look

Oversize ist aktuell angesagt. Und auch Second Hand lässt sich dieser Trend wunderbar umsetzen, wie mein neuer alter Blazer beweist. „Also ich finde es cool“, so Brunner. Und uns beiden ist klar, dass dieses Presseoutfit dann doch deutlich mehr Charme hat als das meines Grevenbroicher Kollegen Horst Schlämmer.

Einfach überraschen lassen

Und so gibt es am Ende ein Fazit: Aus einer guten Auswahl getragener Kleidungsstücke lässt sich prima ein cooles Outfit zaubern. Wer nicht ganz so modeaffin ist, kann sich bei Second Trend auch beraten oder einfach überraschen lassen. Auch wenn das gesuchte Stück nicht auf dem Ständer zu finden ist, lohnt es sich, einfach mal nachzufragen. Denn Maxine Tüffers und Tilmann Brunner haben immer noch so einiges auf Lager.

Nicht alle Klamotten sind nachhaltig

Vintage- und Retroklamotten sind schon lange Trend. Aber wer auf Second Hand-Mode setzt für Nachhaltigkeit und im Dienste der Umwelt, der sollte folgendes beachten: Nicht jeder Artikel aus zweiter Hand ist laut Greenpeace eine nachhaltigere Alternative zum Neukauf. Wer ökologisch shoppen wolle, lautet die Info, solle auf die Materialien achten. Heute verwende die Textilindustrie häufig Polyester, beim Waschen lösten sich dann Polyesterfasern, die laut einer Studie dann im Wasser landen. Anders sei dies bei Baumwolle und Leinen. Am nachhaltigsten sei Kleidung, die schon lange im Kreislauf ist. Und: Überflüssiger Konsum sei laut Greenpeace auch bei Second Hand-Klamotten nicht umweltfreundlich.

Baumwolle – geht doch!

Blick auf das „Fax“ im Innenteil des Blazers. Baumwolle. Na bitte, geht doch. Im Anschluss stellen wir dann die Frage, was uns das gesamte Outfit – also Hose, Blazer und Shirt – denn wohl kostet. Mit 47 Euro sind wir dabei.

Und die Schleicher hatten Glück

Und die passenden Schuhe? Die ließen sich an jenem Samstag dann doch noch im eigenen Schrank finden. Und die Schleicher hatten Glück, denn eigentlich sollten die auch schon da landen, wo eigentlich viel zu viele Kleidungsstücke landen. Auf dem Klamottenfriedhof.

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Lokal checkt die Bocholter Reporterin Trends, Produkte, Unternehmen und die Menschen dahinter. Im Heimat-Check sucht sie das passende 2nd Hand-Outfit für „Pressetanten“. Wird sie fündig?
Gabi Frentzen
Gabi Frentzen
Gabi Frentzen alias Bocholter Reporterin