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Dienstag, Mai 21, 2024
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Landrat: „Müssen den Waldanteil im Kreis Borken sichern“

Kreis Borken/Bocholt. Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerin Silke Gorißen informierte sich in Bocholt gemeinsam mit Landrat Dr. Kai Zwicker und Bürgermeister Thomas Kerkhoff über Wiederbewaldung im Kreis Borken. Eine Schlüsselrolle spielt dort das innovative Projekt ‚Wir helfen dem Wald im Kreis Borken‘, das unter anderem vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt wird.

Der Wald in Nordrhein-Westfalen ist ein bedeutender Klimaschützer, liefert den nachhaltigen Rohstoff Holz und ist ein beliebter Ort der Erholung – und vor allem braucht er Unterstützung. Rund 136.000 Hektar der 935.000 Hektar Gesamtfläche Wald sind durch Trockenheit, Hitze und Borkenkäfer so schwer geschädigt, dass sie wieder bewaldet werden müssen. Hierfür eignen sich Mischwälder mit klimaanpassungsfähigen Baumarten am besten – dazu gehört auch die Eiche.

Waldanteil im Kreis Borken deutlich unter NRW-Durchschnitt

Forstministerin Silke Gorißen hat daher am 13. April 2023 das Westmünsterland besucht, um sich vor Ort über aufgeforstete Eichenwaldflächen zu informieren. Eine Schlüsselrolle spielt dort das innovative Projekt ‚Wir helfen dem Wald im Kreis Borken‘, das unter anderem vom Land Nordrhein-Westfalen unterstützt wird. Dr. Kai Zwicker, Landrat Kreis Borken: „Der Waldanteil im Kreis Borken liegt mit 14 Prozent deutlich unter dem NRW-Durchschnitt von 27 Prozent. Umso wichtiger ist es, dass gerade auch bei uns im Westmünsterland der Bestand gesichert wird, denn die Bäume haben in den vergangenen Jahren insbesondere unter Trockenheit, Sturm und Käferbefall stark gelitten.“

Private Akteure und Firmen machen mit

Zwicker weiter: „Mit dem Ende 2022 gestarteten Projekt ‚Wir helfen dem Wald im Kreis Borken‘ unterstützen wir – die Naturfördergesellschaft für den Kreis Borken, der Landesbetrieb Wald und Holz NRW, der hiesige Waldbauernverband und der Kreis Borken – mithilfe von Sponsoren die zügige Wiederbewaldung von kleinen Waldparzellen, von denen es bei uns zahlreiche gibt. Erfreulicherweise hat sich bereits eine ganze Reihe von privaten Akteuren, vor allem Firmen, bereiterklärt, bei diesem Projekt mitzumachen.“

Forstministerin wünscht sich mehr Pflege und Fürsorge

Forstministerin Silke Gorißen: „Mehr Pflege und Fürsorge ist für den Wald in Nordrhein-Westfalen dringend notwendig. Wir müssen jetzt gesamtgesellschaftlich handeln und die Wiederaufforstung vorantreiben – und zwar mit klimastabilen Bäumen, die Stürmen, Dürren und dem Borkenkäfer trotzen. Genau das gelingt auf exzellente Weise beim nachhaltigen Projekt ‚Wir helfen dem Wald im Kreis Borken‘, das bei der Wiederbewaldung auf den Charakterbaum und die wichtige Wirtschaftsbaumart Eiche setzt. Ein großes Kompliment an den Kreis Borken, die Stadt Bocholt, den Waldbauernverband und die Försterinnen und Förster von Wald und Holz NRW, die mit viel Engagement zusammen daran arbeiten, dass der Naturschatz Wald für nachfolgende Generationen erhalten werden kann.“

Eichenwirtschaft im Münsterland hat Tradition

Die Eichenwirtschaft hat im Münsterland eine lange Tradition. Rund 25 Prozent der Waldflächen sind mit Eichenwäldern bedeckt. Allerdings hat auch die traditionsreiche Eichenwirtschaft im Münsterland unter den Extremwetterereignissen der vergangenen Jahre stark gelitten. Auch hier ist eine aktive Wiederbewaldung und ein Waldumbau hin zu klimaanpassungsfähigen Mischwäldern notwendig, um der Waldbewirtschaftung eine Zukunft zu ermöglichen.

Bocholt mit geringstem Waldanteil

„Weniger als sieben Prozent der Gesamtfläche entfallen in Bocholt auf Waldflächen. Damit gehört Bocholt, gerade im Vergleich mit den Kommunen im Münsterland, zu den Städten mit dem geringsten Waldanteil“, sagt Bürgermeister der Stadt Bocholt, Thomas Kerkhoff. „Gerade mit Blick darauf fällt der nachhaltigen Forstwirtschaft in den Außenbereichen unserer Stadt eine besondere Bedeutung zu, um Bocholt dauerhaft fit für die Herausforderungen des Klimawandels zu machen“, so Kerkhoff.

Eiche behält hohen Stellenwert

Adalbert Koch, Leiter Regionalforstamt Münsterland: „Auch in Zeiten des Klimawandels wird die Eiche im Münsterland ihren hohen Stellenwert behalten. Damit sie auch weiter gut wachsen kann, muss sie mit anderen Baumarten gemischt werden. Auf diese Weise sorgen wir dafür, dass die neu angelegten Mischwälder in Zukunft besser gegen Hitze, Trockenheit und Schädlingsbefall geschützt sind.“

Info-Tafeln erläutern die Thematik

Um der Öffentlichkeit die Thematik der Wiederaufforstungen auf den geschädigten Waldflächen näher zu bringen, informieren Informationstafeln an Waldwegen über die Ursachen der Waldschäden und die eingeleiteten Gegenmaßnahmen zur Wiederbewaldung. Sie kommen ebenfalls bei der Wiederbewaldungsmaßnahme im Kreis Borken zum Einsatz.

NRW stellt Hilfen für Wiederbewaldung bereit

Mit Hilfe der Waldbau- und Wiederbewaldungskonzepte des Landes und der Extremwetterförderrichtlinie sind schlagkräftige Instrumente sowie finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten für die privaten Waldbesitzer geschaffen worden. Über die Förderrichtlinien Extremwetterfolgen können Waldbesitzer jetzt eine zusätzliche Pauschale in Höhe von 400 Euro pro Hektar wieder bewaldeter Fläche beantragen. Um eine Doppelförderung auszuschließen, wird der Zuschuss bei den Antragstellern pauschal auf 200 Euro gesenkt, die über einen forstwirtschaftlichen Zusammenschluss bereits eine Zuwendung im Rahmen der direkten Förderung erhalten.

Gabi Frentzen
Gabi Frentzen
Gabi Frentzen alias Bocholter Reporterin