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Dienstag, Mai 21, 2024
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Vorsorgegespräch: Nach dem Kribbeln die Erleichterung

Bocholt. Immer mehr Menschen schließen einen Bestattungsvorsorgevertrag ab. Sie möchten ihre eigene Bestattung geregelt wissen. Nicht immer fällt der Schritt leicht, einen Termin mit dem Bestatter zu machen. Da ist die Anspannung. Dieses Kribbeln im Bauch. Im Nachhinein aber sollte der Besuch mit einem guten Gefühl einhergehen: Erleichterung.

„Habe schon meine beste Freundin verloren“

Sabine F. (der Name ist unserer Redaktion bekannt) ist 49. In dem Alter schon mit dem eigenen Tod auseinandersetzen? Ein bisschen früh, oder? Die Bocholterin ist da anderer Meinung: „So traurig das ist, aber ich habe in den vergangenen Jahren schon Menschen meines Alters verloren. Darunter meine beste Freundin, die einem Krebsleiden erlegen ist. Wenn man die ein oder andere Beerdigung schon miterlebt hat, dann macht man sich Gedanken. Ich jedenfalls habe für mich bestimmte Wünsche, was meine Beisetzung anbelangt. Ich bin froh, dass die beim Bestatter meiner Wahl festgehalten sind.“

Feingefühl – nicht zu viel, nicht zu wenig

Ob der Besuch dort und das Beratungsgespräch nicht mit einem mulmigen Gefühl einhergegangen sind, wollte Bocholt-Online-Autorin Gabi Frentzen wissen. „Na, es ist schon etwas anderes, ob man den Bestatter besucht oder den Bäcker“, so Sabine F. mit einer gesunden Prise Humor. „Ich denke, wenn man sofort mit der richtigen Portion Feingefühl – nicht zu viel, nicht zu wenig – empfangen wird, dann lässt diese gewisse Nervosität sofort nach. Man bespricht ein ernstes Thema, es darf aber auch mal gelacht werden. Ich habe das Beratungsgespräch sowohl als einfühlsam als auch als locker empfunden.“

Welche Wünsche hinterlassen?

Auch die Frage, welche Wünsche sie hinterlegt hat, beantwortete uns die Bocholterin. „Mein Stiefvater hatte immer den Bezug zum Wasser. Als er starb, haben wir seinen Wunsch nach einer Seebestattung umgesetzt. Das war ein besonderes Erlebnis.“

Wasser sei aber nicht ihr Ding. „Ganz ehrlich, ich kann mich auch nicht damit anfreunden, in einem Sarg in die Erde gelassen zu werden“, so die 49-Jährige.

Letzte Ruhestätte Wald

Sie habe sich für eine Feuerbestattung entschieden. „Die letzte Ruhestätte wird für mich der Wald sein“, sagt die Bocholterin. „Ich habe mir einen Baum ausgesucht. Ich liebe die Natur. Ich bin mir sicher, dass ich dort meinen Frieden finden werde.“

Gabi Frentzen
Gabi Frentzen
Gabi Frentzen alias Bocholter Reporterin