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Dienstag, Mai 21, 2024
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58 Einsatzkräfte in Wohnhaus am Margeritenweg

Bocholt. In einem Wohnhaus am Margeritenweg in Bocholt kam es am 25. November 2022 zu einer Verpuffung. Wie aber die Verletzten patientenschonend aus der Gefahrensituation bringen? Eine Aufgabe für DLRG, MHD und THW. Gott sei Dank nämlich handelte es sich nur um eine Übung. Die aber fand unangekündigt statt. Bocholts Bürger jedenfalls dürfen sich in guten Händen wissen. Es war zwar eine Übung, aber alle Verletzten, die im Ernstfall dringend Hilfe benötigt hätten, konnten geborgen werden.

Nach einem missglückten Versuch, ein Gasheizgerät einzuschalten, erscheint auf dem Melder der Bocholter Einsatzkräfte die Einsatzmeldung „Verpuffung“. Dies war die Ausgangsbasis für ein Übungsszenario am 25. November 2022 in einem Wohnhaus in Bocholt.

58 Einsatzkräfte auf Personensuche

Die Akteure von Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) Bocholt e.V, Malteser Hilfsdienst (MHD) e.V. Bocholt und Technischem Hilfswerk (THW) Ortsverband Bocholt/Borken mussten sich einer Alarmübung stellen. 58 Einsatzkräften rückten am Margeritenweg an. Die Aufgabe der ehrenamtlichen Retter: Vermisste Personen im Haus auffinden und retten, Erstversorgung sowie Übergabe an den Rettungsdienst.

Betonkettensäge im Einsatz

Hierbei standen ihnen einige Hindernisse im Weg. „Damit wir die im Keller eingeschlossene Person retten konnten, mussten wir mit der Betonkettensäge einen Deckendurchbruch vornehmen“, berichtet Kay Henzen, Helfer der Schweren Bergungsgruppe. Zuvor wurde mithilfe einer Kernbohrung eine Erkundung gestartet, bei der die Einsatzkräfte auf die verletzte Person aufmerksam wurden. Um das Retten aus Höhen zu üben, bauten die Helfer des THW eine sogenannte „Schiefe Ebene“, ein Konstrukt aus zusammengesteckten Leitern, Seilen und einem Rettungskorb, auf.

„Schiefe Ebene„ gegen Folgeverletzungen

„Der Vorteil an der Schiefen Ebene ist, dass Verletzte patientenschonend aus der Gefahrensituation gerettet werden können“, erklärt Jeremy Schiewer, Zugführer des Ortsverbandes und Übungsleiter. „So entstehen bei der Rettungsaktion keine Folgeverletzungen.“

Nach der Rettung übergaben die Einsatzkräfte des THW die verletzten Personen an den vom MHD eingerichteten Behandlungsplatz. „Einen Behandlungsplatz richten wir ein, wenn eine große Anzahl von Verletzten an einer Einsatzstelle behandelt werden müssen, bevor sie in die umliegenden Krankenhäuser gebracht werden“, erklärt Christian Tenbrock, Zugführer des MHD.

Gesamten Ablauf durchgespielt

„Dadurch, dass das MHD und die DLRG mit uns gemeinsam die Übung durchgeführt haben, konnten wir den gesamten Ablauf proben. „Auch Übergabe an den Rettungsdienst, Weiterbehandlung auf dem Behandlungsplatz und Transport zum Krankenhaus konnten wir üben“, dankt Schiewer MHD und DLRG. „Mittels realistischer Unfalldarstellung des DLRG gab es ein umfassendes Training im Umgang mit Verletzten. Das DLRG ist im Imitieren des Verhaltens von Verletzten und Betroffenen in Notsituationen überaus geschult.“

Einsatz erfolgt ohne Vorbereitung

Die Einsatzstellenverpflegung deckte ebenfalls der MHD mit seiner Betreuungsgruppe ab. „Ziel der Übung war es, Helfer dafür zu sensibilisieren, dass Einsätze jederzeit kommen können“, erklärt Dr. Jan-Bernd Haas, Ortsbeauftragter des Ortsverbandes. „Wir möchten die Verfügbarkeit unserer Einsatzkräfte überprüfen, um für alle möglichen Einsätze rund um die Uhr bestmöglich vorbereitet zu sein.“

Dank an den Hausbesitzer

Ebenfalls wurden die Fähigkeiten der Helfer im Anfertigen von Decken- und Wanddurchbrüchen, der Umgang mit Verletzten, sowie die Einsatzfahrt mit Sonder- und Wegerechte gefestigt und überprüft. Die Katastrophenschutzorganisationen danken dem Hausbesitzer für die Möglichkeit, die Übung in einem realen Wohnhaus durchzuführen.

Inszenierte Verpuffung in eine Wohnhaus mit verletzten Personen. Mit einer speziellen Rettungsbare („Spineboard“) wird die Verletzte aus der Gefahrensituation gerettet.©THW Borken/Bocholt
Gabi Frentzen
Gabi Frentzen
Gabi Frentzen alias Bocholter Reporterin